7/22/2026
| Nr. | Arbeitsschritt | Gefährdungsfaktoren | Maßnahmen zur Risikominimierung | Wahrscheinlichkeit | Schwere | Risikostufe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Anlieferung von Bewehrungsstahl, Entladung und Lagerung auf dem Bauhof | • Versagen von Anschlagmitteln oder Abgleiten von Stahlbündeln beim Kran-/Gabelstaplerabladen • Setzungen des Untergrunds oder Versagen der Holzunterlagen führt zum Einsturz/Rollen des Stapels | • Anschlagmittel nach DGUV Regel 109-017 prüfen (Doppelstrang-Choker-Verfahren); Absperrung des Entladebereichs • Lagerung auf ebenem, verdichtetem Boden; Kanthölzer mit Abrollsicherungen nutzen und Stapelhöhe begrenzen | 2 | 3 | 6 |
| 2 | Biegen und Schneiden im Biegebetrieb (Biegeplatz auf der Baustelle) | • Quetsch- und Einzugsgefahren an mechanischen Biege- und Schneidmaschinen mit Verletzungsfolge • Peitscheneffekt des Stahls beim Biegen oder fliegende Metallsplitter mit der Gefahr von Augenschäden | • Schutzabdeckungen und Fußschalterschutz nach BetrSichV und DGUV Vorschrift 38 vor Inbetriebnahme prüfen • 360-Grad-Gefahrenbereich um die Biegemaschine absperren; Schutzbrille und Lederhandschuhe tragen | 2 | 3 | 6 |
| 3 | Transport von gebogenem Stahl und Kranhub mit dem Turmdrehkran | • Beschädigung von Textilhebebändern an scharfen Stahlkanten führt zum Herabstürzen von Bündeln aus der Höhe • Unkontrollierte Lastbewegungen während des Hubs führen zu Anstoß- und Quetschgefahren | • Anschlagmittel gemäß DGUV Regel 109-017 prüfen; zwei Führungsseile (Taglines) zur Laststeuerung verwenden • Eindeutige Funkkommunikation zwischen Anschläger und Kranführer sicherstellen; Lasten nur mit Seilen führen | 2 | 3 | 6 |
| 4 | Zugang zu Arbeitsbühnen und Montage von Absturzsicherungen | • Absturzgefahren an ungesicherten Kanten bei der Montage von Stützen- und Wandbewehrung • Fehlen von Anschlagpunkten oder horizontalen Lebensleinen führt zu schweren Abstürzen | • Dreiteiligen Seitenschutz nach DGUV Vorschrift 38 und voll ausgelegte Belagflächen auf Gerüsten montieren • Anschlagpunkte für persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) vor Beginn der Bewehrungsarbeiten installieren | 2 | 3 | 6 |
| 5 | Einbau, Aussteifung und Flechten der Bewehrung (Wände/Stützen/Decken) | • Einsturz oder Umkippen frei stehender Bewehrungsgerüste/Wandbewehrungen durch Windlasten oder Eigengewicht • Aufspießgefahren an frei stehenden, vertikalen Bewehrungsenden bei Stolper- und Sturzunfällen | • Diagonale Abspannseile oder Aussteifungsstützen für vertikale Bewehrungen ab 2m Höhe vor dem Lösen montieren • Alle frei stehenden Bewehrungsenden mit stahlverstärkten Schutzkappen gegen Aufspießen abdecken | 2 | 3 | 6 |
| 6 | Ordnung und Sauberkeit, Entsorgung von Bindedraht und Demontage | • Stolper- und Verletzungsgefahren durch auf der Arbeitsfläche liegenden Drahtschrott und Stahlreste • Anstoß- und Absturzgefahren durch Materialanhäufungen nahe an Kanten von Deckenöffnungen | • Bindedrahtreste kontinuierlich in Behältern sammeln; Stahlabschnitte sofort von den Laufwegen entfernen • Verkehrswege freihalten und für ausreichende Beleuchtung sorgen; Lagerung nahe an Deckenkanten verbieten | 1 | 2 | 2 |

Bei einem mehrgeschossigen Hochbauprojekt in Hessen montierte ein Eisenflechter-Team eine 5 Meter hohe Wandbewehrung auf einer oberen Deckenfläche. Die Flechter verbanden die vertikalen und horizontalen Stäbe ordnungsgemäß mit Bindedraht. Um den straffen Betonierplan einzuhalten, arbeiteten sie jedoch an benachbarten Wandabschnitten weiter, ohne zuvor temporäre Schrägabspannungen oder Rohrstützen anzubringen, um das frei stehende Bewehrungsgerüst gegen Windlasten zu sichern.
Am Nachmittag erfasste eine plötzliche Windböe die offene Deckenfläche. Das ungestützte Bewehrungselement konnte der Kombination aus seitlichem Winddruck und der Last der am Gerüst arbeitenden Eisenflechter nicht standhalten, knickte im Fußbereich ein und stürzte unvorhergesehen um. Zwei Arbeiter fielen von der Arbeitsebene auf die Decke, während nahe stehende Kollegen dem herabstürzenden Stahlelement nur knapp ausweichen konnten. Tödliche Verletzungen durch Aufspießen wurden nur verhindert, weil die nach oben stehenden Anschlussbewehrungen der Decke zuvor mit stahlverstärkten Schutzkappen abgedeckt worden waren. Der Einsturz führte jedoch zu schweren Knochenbrüchen, einem Baustellenstopp und Ermittlungen durch die Gewerbeaufsicht und die BG BAU wegen Verstößen gegen die DGUV Vorschrift 38 und DIN EN 13670.
Bewehrungsarbeiten kombinieren das Handhaben schwerer Lasten, hohe mechanische Kräfte beim Schneiden und Biegen sowie tragwerksbedingte Instabilitäten in der Höhe. Aus statischer Sicht besitzt eine frei stehende Wand- oder Stützenbewehrung vor dem Einbringen des Betons ein sehr hohes Schlankheitsverhältnis (Verhältnis von Länge zu Trägheitsradius) und nahezu keine Eigensteifigkeit gegen Horizontallasten. Äußere Einwirkungen wie Winddruck, dynamische Lasten der Eisenflechter oder Anstöße von Krankabeln führen leicht zum seitlichen Ausknicken und zum schlagartigen Einsturz.
Mechanisch angetriebene Biegemaschinen und Schlagscheren arbeiten mit hohen hydraulischen und mechanischen Drücken. Der Betrieb ohne Schutzabdeckungen an Fußschaltern oder Not-Aus-Einrichtungen setzt das Personal schweren Quetsch- und Abtrenngefahren gemäß BetrSichV aus. Zudem führt das Anschlagen von Stahlbündeln mit Hebebändern an scharfkantigen Bewehrungsstäben ohne Kantenschutz häufig zum Durchscheuern und Absturz mehrtonniger Lasten. Die Regeln der DGUV schreiben daher zwingend den Einsatz von Abspannungen für Bewehrungswände sowie stahlverstärkten Schutzkappen zur Beseitigung von Aufspießgefahren vor.
🚨 Deutsche Vorschriften & Normen (DGUV, BetrSichV, DIN EN 13670 & DIN EN ISO 12100)
DGUV Vorschrift 38 (Bauarbeiten): Schreibt vor, dass frei stehende Bewehrungen, Wand- und Stützenkörbe gegen Umkippen und Einsturz durch Abspannungen oder Steifen zu sichern sind.
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV): Verpflichtet den Arbeitgeber zur Bereitstellung sicherer Arbeitsmittel (Biegemaschinen, Trennschleifer) und zur Durchführung regelmäßiger Prüfungen vor der Nutzung.
DGUV Regel 109-017 (Betreiben von Anschlagmitteln im Hebezeugbetrieb): Regelt den sicheren Einsatz von Hebebändern und Ketten beim Transport von Bewehrungsstahlbündeln mit dem Baukran.
DIN EN 13670 (Ausführung von Tragwerken aus Beton): Bestimmt die technischen Vorgaben für die Stabilität von Bewehrungsgerüsten, die Betondeckung und die Sicherung von Anschlussbewehrungen.
Damit die Plattform Smart JSA Bridge präzise Sicherheitsmaßnahmen gemäß DGUV-Vorschriften und DIN-Normen generiert, geben Sie die folgenden standardisierten Arbeitsschritte in das System ein:
[Schritt 1] Anlieferung von Bewehrungsstahl, Entladung und Lagerung auf dem Bauhof
Detaillierte Beschreibung: Anschlagmittel nach DGUV Regel 109-017 prüfen (Doppelstrang-Choker); Entladebereich absperren; Lagerung auf Kanthölzern mit Abrollsicherungen auf verdichtetem Boden.
[Schritt 2] Biegen und Schneiden im Biegebetrieb (Biegeplatz auf der Baustelle)
Detaillierte Beschreibung: Schutzabdeckungen und Not-Aus-Schalter an Biegemaschinen prüfen; 360-Grad-Gefahrenbereich um den Biegeteller absperren; Schutzbrille und Lederhandschuhe vorschreiben.
[Schritt 3] Transport von gebogenem Stahl und Kranhub mit dem Turmdrehkran
Detaillierte Beschreibung: Hebebänder auf Beschädigung prüfen; Kantenschutz verwenden; 2-Punkt-Anschlag einhalten; zwei Führungsseile zur Laststeuerung einsetzen.
[Schritt 4] Zugang zu Arbeitsbühnen und Montage von Absturzsicherungen
Detaillierte Beschreibung: Dreiteiligen Seitenschutz nach DGUV Vorschrift 38 montieren; Anschlagpunkte für PSAgA vor Beginn der Flechtarbeiten installieren; 100% Sicherungspflicht durchsetzen.
[Schritt 5] Einbau, Aussteifung und Flechten der Bewehrung (Wände/Stützen/Decken)
Detaillierte Beschreibung: Diagonale Abspannseile oder Schrägstützen für vertikale Bewehrungen ab 2m Höhe anbringen; alle frei stehenden Bewehrungsenden mit stahlverstärkten Schutzkappen abdecken.
[Schritt 6] Ordnung und Sauberkeit, Entsorgung von Bindedraht und Demontage
Detaillierte Beschreibung: Bindedrahtreste in Behältern sammeln; Stahlabschnitte sofort von den Laufwegen entfernen; Verkehrswege freihalten und Beleuchtung sicherstellen.
Nachfolgend finden Sie das finale JSA-Dokument, das auf den automatischen Empfehlungen der Plattform basiert und an deutsche Baustellenstandards angepasst wurde:
| Nr. | Arbeitsschritt | Gefährdungsfaktoren | Maßnahmen zur Risikominimierung | Wahrscheinlichkeit | Schwere | Risikostufe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Anlieferung von Bewehrungsstahl, Entladung und Lagerung auf dem Bauhof | • Versagen von Anschlagmitteln oder Abgleiten von Stahlbündeln beim Kran-/Gabelstaplerabladen • Setzungen des Untergrunds oder Versagen der Holzunterlagen führt zum Einsturz/Rollen des Stapels | • Anschlagmittel nach DGUV Regel 109-017 prüfen (Doppelstrang-Choker-Verfahren); Absperrung des Entladebereichs • Lagerung auf ebenem, verdichtetem Boden; Kanthölzer mit Abrollsicherungen nutzen und Stapelhöhe begrenzen | 2 | 3 | 6 |
| 2 | Biegen und Schneiden im Biegebetrieb (Biegeplatz auf der Baustelle) | • Quetsch- und Einzugsgefahren an mechanischen Biege- und Schneidmaschinen mit Verletzungsfolge • Peitscheneffekt des Stahls beim Biegen oder fliegende Metallsplitter mit der Gefahr von Augenschäden | • Schutzabdeckungen und Fußschalterschutz nach BetrSichV und DGUV Vorschrift 38 vor Inbetriebnahme prüfen • 360-Grad-Gefahrenbereich um die Biegemaschine absperren; Schutzbrille und Lederhandschuhe tragen | 2 | 3 | 6 |
| 3 | Transport von gebogenem Stahl und Kranhub mit dem Turmdrehkran | • Beschädigung von Textilhebebändern an scharfen Stahlkanten führt zum Herabstürzen von Bündeln aus der Höhe • Unkontrollierte Lastbewegungen während des Hubs führen zu Anstoß- und Quetschgefahren | • Anschlagmittel gemäß DGUV Regel 109-017 prüfen; zwei Führungsseile (Taglines) zur Laststeuerung verwenden • Eindeutige Funkkommunikation zwischen Anschläger und Kranführer sicherstellen; Lasten nur mit Seilen führen | 2 | 3 | 6 |
| 4 | Zugang zu Arbeitsbühnen und Montage von Absturzsicherungen | • Absturzgefahren an ungesicherten Kanten bei der Montage von Stützen- und Wandbewehrung • Fehlen von Anschlagpunkten oder horizontalen Lebensleinen führt zu schweren Abstürzen | • Dreiteiligen Seitenschutz nach DGUV Vorschrift 38 und voll ausgelegte Belagflächen auf Gerüsten montieren • Anschlagpunkte für persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) vor Beginn der Bewehrungsarbeiten installieren | 2 | 3 | 6 |
| 5 | Einbau, Aussteifung und Flechten der Bewehrung (Wände/Stützen/Decken) | • Einsturz oder Umkippen frei stehender Bewehrungsgerüste/Wandbewehrungen durch Windlasten oder Eigengewicht • Aufspießgefahren an frei stehenden, vertikalen Bewehrungsenden bei Stolper- und Sturzunfällen | • Diagonale Abspannseile oder Aussteifungsstützen für vertikale Bewehrungen ab 2m Höhe vor dem Lösen montieren • Alle frei stehenden Bewehrungsenden mit stahlverstärkten Schutzkappen gegen Aufspießen abdecken | 2 | 3 | 6 |
| 6 | Ordnung und Sauberkeit, Entsorgung von Bindedraht und Demontage | • Stolper- und Verletzungsgefahren durch auf der Arbeitsfläche liegenden Drahtschrott und Stahlreste • Anstoß- und Absturzgefahren durch Materialanhäufungen nahe an Kanten von Deckenöffnungen | • Bindedrahtreste kontinuierlich in Behältern sammeln; Stahlabschnitte sofort von den Laufwegen entfernen • Verkehrswege freihalten und für ausreichende Beleuchtung sorgen; Lagerung nahe an Deckenkanten verbieten | 1 | 2 | 2 |
Bewehrungsarbeiten im Stahlbetonbau erfordern strikte technische Schutzmaßnahmen und die vollständige Einhaltung der deutschen Arbeitsschutzgesetze, um das Umstürzen frei stehender Bewehrungswände, tödliche Aufspießunfälle an Anschlussbewehrungen und Abquetschungen an Biegemaschinen zu verhindern. Pauschale Aussagen wie „Stahl sorgfältig flechten“ reichen nicht aus, um den Vorgaben der BG BAU oder der Gewerbeaufsicht zu genügen.
Smart JSA Bridge nutzt einen automatisierten Risikoanalyse-Algorithmus, der auf die DGUV Vorschrift 38, die BetrSichV, DGUV Regel 109-017 und die DIN EN 13670 abgestimmt ist, um praxistaugliche Sicherheitsmaßnahmen in Echtzeit zu generieren.
Durch die Eingabe von 6 strukturierten Arbeitsschritten berechnet das System die erforderlichen Schutzmaßnahmen – einschließlich der Vorgaben für Schrägabspannungen von Wandbewehrungen, der Anforderungen an stahlverstärkte Schutzkappen, der Anschlagmittelprüfung beim Kranhub und der Schutzvorrichtungen an Biegegeräten.
Bauleiter, Sicherheitsingenieure und Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Sifa) können diese Parameter mit einem Klick an die spezifischen Konstruktions- und Baustellenbedingungen anpassen.
Optimieren Sie Ihre Arbeitsschutzdokumentation und erstellen Sie rechtssichere Gefährdungsbeurteilungen für anspruchsvolle Beton- und Stahlbetonarbeiten. Erstellen Sie Ihre maßgeschneiderte Risikoanalyse noch heute.
7/22/2026
| Nr. | Arbeitsschritt | Gefährdungsfaktoren | Maßnahmen zur Risikominimierung | Wahrscheinlichkeit | Schwere | Risikostufe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Anlieferung von Bewehrungsstahl, Entladung und Lagerung auf dem Bauhof | • Versagen von Anschlagmitteln oder Abgleiten von Stahlbündeln beim Kran-/Gabelstaplerabladen • Setzungen des Untergrunds oder Versagen der Holzunterlagen führt zum Einsturz/Rollen des Stapels | • Anschlagmittel nach DGUV Regel 109-017 prüfen (Doppelstrang-Choker-Verfahren); Absperrung des Entladebereichs • Lagerung auf ebenem, verdichtetem Boden; Kanthölzer mit Abrollsicherungen nutzen und Stapelhöhe begrenzen | 2 | 3 | 6 |
| 2 | Biegen und Schneiden im Biegebetrieb (Biegeplatz auf der Baustelle) | • Quetsch- und Einzugsgefahren an mechanischen Biege- und Schneidmaschinen mit Verletzungsfolge • Peitscheneffekt des Stahls beim Biegen oder fliegende Metallsplitter mit der Gefahr von Augenschäden | • Schutzabdeckungen und Fußschalterschutz nach BetrSichV und DGUV Vorschrift 38 vor Inbetriebnahme prüfen • 360-Grad-Gefahrenbereich um die Biegemaschine absperren; Schutzbrille und Lederhandschuhe tragen | 2 | 3 | 6 |
| 3 | Transport von gebogenem Stahl und Kranhub mit dem Turmdrehkran | • Beschädigung von Textilhebebändern an scharfen Stahlkanten führt zum Herabstürzen von Bündeln aus der Höhe • Unkontrollierte Lastbewegungen während des Hubs führen zu Anstoß- und Quetschgefahren | • Anschlagmittel gemäß DGUV Regel 109-017 prüfen; zwei Führungsseile (Taglines) zur Laststeuerung verwenden • Eindeutige Funkkommunikation zwischen Anschläger und Kranführer sicherstellen; Lasten nur mit Seilen führen | 2 | 3 | 6 |
| 4 | Zugang zu Arbeitsbühnen und Montage von Absturzsicherungen | • Absturzgefahren an ungesicherten Kanten bei der Montage von Stützen- und Wandbewehrung • Fehlen von Anschlagpunkten oder horizontalen Lebensleinen führt zu schweren Abstürzen | • Dreiteiligen Seitenschutz nach DGUV Vorschrift 38 und voll ausgelegte Belagflächen auf Gerüsten montieren • Anschlagpunkte für persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) vor Beginn der Bewehrungsarbeiten installieren | 2 | 3 | 6 |
| 5 | Einbau, Aussteifung und Flechten der Bewehrung (Wände/Stützen/Decken) | • Einsturz oder Umkippen frei stehender Bewehrungsgerüste/Wandbewehrungen durch Windlasten oder Eigengewicht • Aufspießgefahren an frei stehenden, vertikalen Bewehrungsenden bei Stolper- und Sturzunfällen | • Diagonale Abspannseile oder Aussteifungsstützen für vertikale Bewehrungen ab 2m Höhe vor dem Lösen montieren • Alle frei stehenden Bewehrungsenden mit stahlverstärkten Schutzkappen gegen Aufspießen abdecken | 2 | 3 | 6 |
| 6 | Ordnung und Sauberkeit, Entsorgung von Bindedraht und Demontage | • Stolper- und Verletzungsgefahren durch auf der Arbeitsfläche liegenden Drahtschrott und Stahlreste • Anstoß- und Absturzgefahren durch Materialanhäufungen nahe an Kanten von Deckenöffnungen | • Bindedrahtreste kontinuierlich in Behältern sammeln; Stahlabschnitte sofort von den Laufwegen entfernen • Verkehrswege freihalten und für ausreichende Beleuchtung sorgen; Lagerung nahe an Deckenkanten verbieten | 1 | 2 | 2 |

Bei einem mehrgeschossigen Hochbauprojekt in Hessen montierte ein Eisenflechter-Team eine 5 Meter hohe Wandbewehrung auf einer oberen Deckenfläche. Die Flechter verbanden die vertikalen und horizontalen Stäbe ordnungsgemäß mit Bindedraht. Um den straffen Betonierplan einzuhalten, arbeiteten sie jedoch an benachbarten Wandabschnitten weiter, ohne zuvor temporäre Schrägabspannungen oder Rohrstützen anzubringen, um das frei stehende Bewehrungsgerüst gegen Windlasten zu sichern.
Am Nachmittag erfasste eine plötzliche Windböe die offene Deckenfläche. Das ungestützte Bewehrungselement konnte der Kombination aus seitlichem Winddruck und der Last der am Gerüst arbeitenden Eisenflechter nicht standhalten, knickte im Fußbereich ein und stürzte unvorhergesehen um. Zwei Arbeiter fielen von der Arbeitsebene auf die Decke, während nahe stehende Kollegen dem herabstürzenden Stahlelement nur knapp ausweichen konnten. Tödliche Verletzungen durch Aufspießen wurden nur verhindert, weil die nach oben stehenden Anschlussbewehrungen der Decke zuvor mit stahlverstärkten Schutzkappen abgedeckt worden waren. Der Einsturz führte jedoch zu schweren Knochenbrüchen, einem Baustellenstopp und Ermittlungen durch die Gewerbeaufsicht und die BG BAU wegen Verstößen gegen die DGUV Vorschrift 38 und DIN EN 13670.
Bewehrungsarbeiten kombinieren das Handhaben schwerer Lasten, hohe mechanische Kräfte beim Schneiden und Biegen sowie tragwerksbedingte Instabilitäten in der Höhe. Aus statischer Sicht besitzt eine frei stehende Wand- oder Stützenbewehrung vor dem Einbringen des Betons ein sehr hohes Schlankheitsverhältnis (Verhältnis von Länge zu Trägheitsradius) und nahezu keine Eigensteifigkeit gegen Horizontallasten. Äußere Einwirkungen wie Winddruck, dynamische Lasten der Eisenflechter oder Anstöße von Krankabeln führen leicht zum seitlichen Ausknicken und zum schlagartigen Einsturz.
Mechanisch angetriebene Biegemaschinen und Schlagscheren arbeiten mit hohen hydraulischen und mechanischen Drücken. Der Betrieb ohne Schutzabdeckungen an Fußschaltern oder Not-Aus-Einrichtungen setzt das Personal schweren Quetsch- und Abtrenngefahren gemäß BetrSichV aus. Zudem führt das Anschlagen von Stahlbündeln mit Hebebändern an scharfkantigen Bewehrungsstäben ohne Kantenschutz häufig zum Durchscheuern und Absturz mehrtonniger Lasten. Die Regeln der DGUV schreiben daher zwingend den Einsatz von Abspannungen für Bewehrungswände sowie stahlverstärkten Schutzkappen zur Beseitigung von Aufspießgefahren vor.
🚨 Deutsche Vorschriften & Normen (DGUV, BetrSichV, DIN EN 13670 & DIN EN ISO 12100)
DGUV Vorschrift 38 (Bauarbeiten): Schreibt vor, dass frei stehende Bewehrungen, Wand- und Stützenkörbe gegen Umkippen und Einsturz durch Abspannungen oder Steifen zu sichern sind.
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV): Verpflichtet den Arbeitgeber zur Bereitstellung sicherer Arbeitsmittel (Biegemaschinen, Trennschleifer) und zur Durchführung regelmäßiger Prüfungen vor der Nutzung.
DGUV Regel 109-017 (Betreiben von Anschlagmitteln im Hebezeugbetrieb): Regelt den sicheren Einsatz von Hebebändern und Ketten beim Transport von Bewehrungsstahlbündeln mit dem Baukran.
DIN EN 13670 (Ausführung von Tragwerken aus Beton): Bestimmt die technischen Vorgaben für die Stabilität von Bewehrungsgerüsten, die Betondeckung und die Sicherung von Anschlussbewehrungen.
Damit die Plattform Smart JSA Bridge präzise Sicherheitsmaßnahmen gemäß DGUV-Vorschriften und DIN-Normen generiert, geben Sie die folgenden standardisierten Arbeitsschritte in das System ein:
[Schritt 1] Anlieferung von Bewehrungsstahl, Entladung und Lagerung auf dem Bauhof
Detaillierte Beschreibung: Anschlagmittel nach DGUV Regel 109-017 prüfen (Doppelstrang-Choker); Entladebereich absperren; Lagerung auf Kanthölzern mit Abrollsicherungen auf verdichtetem Boden.
[Schritt 2] Biegen und Schneiden im Biegebetrieb (Biegeplatz auf der Baustelle)
Detaillierte Beschreibung: Schutzabdeckungen und Not-Aus-Schalter an Biegemaschinen prüfen; 360-Grad-Gefahrenbereich um den Biegeteller absperren; Schutzbrille und Lederhandschuhe vorschreiben.
[Schritt 3] Transport von gebogenem Stahl und Kranhub mit dem Turmdrehkran
Detaillierte Beschreibung: Hebebänder auf Beschädigung prüfen; Kantenschutz verwenden; 2-Punkt-Anschlag einhalten; zwei Führungsseile zur Laststeuerung einsetzen.
[Schritt 4] Zugang zu Arbeitsbühnen und Montage von Absturzsicherungen
Detaillierte Beschreibung: Dreiteiligen Seitenschutz nach DGUV Vorschrift 38 montieren; Anschlagpunkte für PSAgA vor Beginn der Flechtarbeiten installieren; 100% Sicherungspflicht durchsetzen.
[Schritt 5] Einbau, Aussteifung und Flechten der Bewehrung (Wände/Stützen/Decken)
Detaillierte Beschreibung: Diagonale Abspannseile oder Schrägstützen für vertikale Bewehrungen ab 2m Höhe anbringen; alle frei stehenden Bewehrungsenden mit stahlverstärkten Schutzkappen abdecken.
[Schritt 6] Ordnung und Sauberkeit, Entsorgung von Bindedraht und Demontage
Detaillierte Beschreibung: Bindedrahtreste in Behältern sammeln; Stahlabschnitte sofort von den Laufwegen entfernen; Verkehrswege freihalten und Beleuchtung sicherstellen.
Nachfolgend finden Sie das finale JSA-Dokument, das auf den automatischen Empfehlungen der Plattform basiert und an deutsche Baustellenstandards angepasst wurde:
| Nr. | Arbeitsschritt | Gefährdungsfaktoren | Maßnahmen zur Risikominimierung | Wahrscheinlichkeit | Schwere | Risikostufe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Anlieferung von Bewehrungsstahl, Entladung und Lagerung auf dem Bauhof | • Versagen von Anschlagmitteln oder Abgleiten von Stahlbündeln beim Kran-/Gabelstaplerabladen • Setzungen des Untergrunds oder Versagen der Holzunterlagen führt zum Einsturz/Rollen des Stapels | • Anschlagmittel nach DGUV Regel 109-017 prüfen (Doppelstrang-Choker-Verfahren); Absperrung des Entladebereichs • Lagerung auf ebenem, verdichtetem Boden; Kanthölzer mit Abrollsicherungen nutzen und Stapelhöhe begrenzen | 2 | 3 | 6 |
| 2 | Biegen und Schneiden im Biegebetrieb (Biegeplatz auf der Baustelle) | • Quetsch- und Einzugsgefahren an mechanischen Biege- und Schneidmaschinen mit Verletzungsfolge • Peitscheneffekt des Stahls beim Biegen oder fliegende Metallsplitter mit der Gefahr von Augenschäden | • Schutzabdeckungen und Fußschalterschutz nach BetrSichV und DGUV Vorschrift 38 vor Inbetriebnahme prüfen • 360-Grad-Gefahrenbereich um die Biegemaschine absperren; Schutzbrille und Lederhandschuhe tragen | 2 | 3 | 6 |
| 3 | Transport von gebogenem Stahl und Kranhub mit dem Turmdrehkran | • Beschädigung von Textilhebebändern an scharfen Stahlkanten führt zum Herabstürzen von Bündeln aus der Höhe • Unkontrollierte Lastbewegungen während des Hubs führen zu Anstoß- und Quetschgefahren | • Anschlagmittel gemäß DGUV Regel 109-017 prüfen; zwei Führungsseile (Taglines) zur Laststeuerung verwenden • Eindeutige Funkkommunikation zwischen Anschläger und Kranführer sicherstellen; Lasten nur mit Seilen führen | 2 | 3 | 6 |
| 4 | Zugang zu Arbeitsbühnen und Montage von Absturzsicherungen | • Absturzgefahren an ungesicherten Kanten bei der Montage von Stützen- und Wandbewehrung • Fehlen von Anschlagpunkten oder horizontalen Lebensleinen führt zu schweren Abstürzen | • Dreiteiligen Seitenschutz nach DGUV Vorschrift 38 und voll ausgelegte Belagflächen auf Gerüsten montieren • Anschlagpunkte für persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) vor Beginn der Bewehrungsarbeiten installieren | 2 | 3 | 6 |
| 5 | Einbau, Aussteifung und Flechten der Bewehrung (Wände/Stützen/Decken) | • Einsturz oder Umkippen frei stehender Bewehrungsgerüste/Wandbewehrungen durch Windlasten oder Eigengewicht • Aufspießgefahren an frei stehenden, vertikalen Bewehrungsenden bei Stolper- und Sturzunfällen | • Diagonale Abspannseile oder Aussteifungsstützen für vertikale Bewehrungen ab 2m Höhe vor dem Lösen montieren • Alle frei stehenden Bewehrungsenden mit stahlverstärkten Schutzkappen gegen Aufspießen abdecken | 2 | 3 | 6 |
| 6 | Ordnung und Sauberkeit, Entsorgung von Bindedraht und Demontage | • Stolper- und Verletzungsgefahren durch auf der Arbeitsfläche liegenden Drahtschrott und Stahlreste • Anstoß- und Absturzgefahren durch Materialanhäufungen nahe an Kanten von Deckenöffnungen | • Bindedrahtreste kontinuierlich in Behältern sammeln; Stahlabschnitte sofort von den Laufwegen entfernen • Verkehrswege freihalten und für ausreichende Beleuchtung sorgen; Lagerung nahe an Deckenkanten verbieten | 1 | 2 | 2 |
Bewehrungsarbeiten im Stahlbetonbau erfordern strikte technische Schutzmaßnahmen und die vollständige Einhaltung der deutschen Arbeitsschutzgesetze, um das Umstürzen frei stehender Bewehrungswände, tödliche Aufspießunfälle an Anschlussbewehrungen und Abquetschungen an Biegemaschinen zu verhindern. Pauschale Aussagen wie „Stahl sorgfältig flechten“ reichen nicht aus, um den Vorgaben der BG BAU oder der Gewerbeaufsicht zu genügen.
Smart JSA Bridge nutzt einen automatisierten Risikoanalyse-Algorithmus, der auf die DGUV Vorschrift 38, die BetrSichV, DGUV Regel 109-017 und die DIN EN 13670 abgestimmt ist, um praxistaugliche Sicherheitsmaßnahmen in Echtzeit zu generieren.
Durch die Eingabe von 6 strukturierten Arbeitsschritten berechnet das System die erforderlichen Schutzmaßnahmen – einschließlich der Vorgaben für Schrägabspannungen von Wandbewehrungen, der Anforderungen an stahlverstärkte Schutzkappen, der Anschlagmittelprüfung beim Kranhub und der Schutzvorrichtungen an Biegegeräten.
Bauleiter, Sicherheitsingenieure und Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Sifa) können diese Parameter mit einem Klick an die spezifischen Konstruktions- und Baustellenbedingungen anpassen.
Optimieren Sie Ihre Arbeitsschutzdokumentation und erstellen Sie rechtssichere Gefährdungsbeurteilungen für anspruchsvolle Beton- und Stahlbetonarbeiten. Erstellen Sie Ihre maßgeschneiderte Risikoanalyse noch heute.